Potsdam wurde am 3. Juli 993 zum ersten Mal urkundlich erwähnt: Kaiser Otto III. schenkte seiner Tante, der Äbtissin Nauener TorMathilde von Quedlinburg, den Ort "Poztupimi"-Unter den Eichen. Man vermutet, daß sich diese Ansiedlung im Bereich der zerstörten Heiligengeistkirche befand.  Die Bedeutung Potsdams zu damaliger Zeit beruhte auf der Beherrschung des Havelüberganges. 1573 gab es in Potsdam 192 Häuser. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt erneut zerstört. 1660, wenige Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges lebten in Potsdam nur noch 50 steuerpflichtige Hausbesitzer.

1640 Holländer Viertelübernahm Kurfürst Friedrich Wilhelm I. die Regierung von Brandenburg. Potsdam wurde zu seiner zweiten Residenz neben Berlin. Daraufhin wurde mit dem Bau eines repräsentativen Stadtschlosses begonnen. Durch Erlaß des "Ediktes von Potsdam" fanden aus Frankreich vertriebene Hugenotten in der Mark Brandenburg eine neue Heimat.

Potsdam, ein Ort mit großer Vergangenheit, der oft im Brennpunkt der Geschichte stand. Potsdam war Residenz- und Garnisonsstadt. Bismarck und die deutschen Kaiser, das Hitler-Regime, die alliierten Sieger des 2. Weltkrieges, alle hatten eine besondere Beziehung zu Potsdam. Es war Hof-, Militär- und Behördenstadt. Potsdam ist seit mehr als 1000 Jahren Schauplatz bedeutender Historie im Herzen Europas. Die Toleranz der Preußen, die Andersgläubige und Ausländer immer wieder in ihr Land holten und Friedenskircheso den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes sicherten, ist heute noch im Potsdamer Stadtbild wiederzufinden. Friedrich der Große machte aus Potsdam eine bedeutende Residenzstadt. Die repräsentativen Bauten aus jener Zeit bestimmen noch heute das Bild und den Charakter der Stadt. 1744 wurde mit dem Ausbau des Stadtschlosses begonnen und ein Jahr später begann man mit dem Bau von Schloß Sanssouci. Friedrich der Große versammelte bedeutende Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, darunter auch den zu damaliger Zeit bekannten Franzosen Voltaire. Bedeutende Baumeister in jener Zeit waren Carl von Gontard und Georg Christian Unger sowie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.

König Friedrich Wilhelm III. und König Friedrich Wilhelm IV., der “Romantiker auf dem Thron”, ließen durch ihre Architekten der Schinkelschule, Persius, Stüler, Arnim und den königlichen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné von 1826 bis 1862 viele klassische Formen und prächtige Anlagen gestalten. Die Orangerie, Schloß Charlottenhof, die Friedenskirche, die Heilandskirche Glienicker Brückein Sacrow und die Anlage des Pfingstberges sind die bedeutendsten Bauten jener Zeitepoche. Der ab 1871 in Deutschland einsetzende wirtschaftliche Aufschwung erreichte auch Potsdam.  Bedeutende wissenschaftliche Einrichtungen wurden zwischen 1868 und 1892 in der Teltower Vorstadt angesiedelt. Dazu gehörten das astrophysikalische Observatorium, das geodätische Institut und das meteorologische Institut. Während der Regierungszeit der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. wurde Potsdams Entwicklung weiterhin durch den Hof, das Militär und die Behörden bestimmt. Industrie und Handel spielten eine untergeordnete Rolle und beeinflußten das Stadtbild nur wenig. Nikolaikirche1914 unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais die Kriegserklärung zum Beginn des I. Weltkrieges. Die Novemberrevolution 1918 und die Abdankung des Kaisers brachten Potsdam den Verlust seiner Residenzfunktion. Die Bezeichnung "Residenzstadt Potsdam" wurde von der Stadtverwaltung weiterhin beibehalten.

Im Juli 1945 stand Potsdam erneut im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Im Schloß Cecilienhof fand vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte des II. Weltkrieges statt. Stalin, Truman und Churchill legten mit dem Potsdamer Abkommen die europäische Nachkriegsordnung fest und damit auch das weitere Schicksal Deutschlands. Potsdam war von 1945 bis 1952 Landeshauptstadt der Provinz Brandenburg in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. 1946 fand der Zusammenschluß der Kreisorganisationen von SPD und KPD zur SED statt. Mit der Neugliederung der 1949 entstandenen DDR verlor Potsdam 1952 die Funktion der Landeshauptstadt und wurde Bezirksstadt. Der Wiederaufbau der Altstadt wurde 1950 begonnen. Die Bevölkerung Potsdams hatte Schwerstarbeit zu leisten, um die großen Kriegszerstörungen zu beseitigen. Die Absicht der SED-Führung, Orangeriehistorische Bauten aus der Zeit des preußischen Staates nicht wieder aufzubauen, führte zu schweren Eingriffen in die historischen Stadtstrukturen. 1959/60 verschwand das im II. Weltkrieg stark beschädigte Stadtschloß. Die Reste des Stadtkanals wurden Flatowturmeinfach zugeschüttet. Die immer noch dominierende Garnisonkirche wurde 1968 gesprengt. Ein großer Teil der entstandenen Neubauten ergaben ein Stadtbild, das man auch in anderen Städten der DDR finden konnte. Am 13. August 1961 hat das SED-Regime die Grenze zu Westberlin abgeriegelt. Durch die unmittelbare Nähe Potsdams zu Berlin waren die Auswirkungen des Kalten Krieges in Potsdam stark zu spüren. 1989 erreicht die friedliche Revolution  in der DDR  auch Potsdam. Die Bürger der Stadt demonstrieren im November  für demokratische Ziele. Am 9. November 1989 gibt das Politbüro der SED die Öffnung der Grenzen zu West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland bekannt. Die Glienicker Brücke wird wieder für alle Potsdamer Bürger in beiden Richtungen passierbar und Potsdam wird wieder Hauptstadt des neu entstandenen Landes Brandenburg. 1990 zieht der erstmals wieder freigewählte Landtag in Potsdam ein. 1991 wird das nachgestaltete Glockenspiel der Garnisonkirche eingeweiht. Es spielt den Choral "Lobet den Herrn" und die Melodie "Üb' immer Treu' und Redlichkeit". Anläßlich des 205. Todestages von Friedrich dem Großen wird der Sarkophag seinem Testament gemäß auf der Terrasse von Schloß Sanssouci beigesetzt. Die sterblichen Überreste seines Vaters, Friedrich Wilhelm I., werden im Mausoleum an der Friedenskirche beigesetzt. Die UNESCO erklärte die Schlösser und Gärten von Potsdam zum Weltkulturerbe. Die 1000-Jahrfeier 1993 bringt für die Stadt Potsdam eine kulturelle, politische und wirtschaftliche Aufwertung. Potsdam ist wieder politisches Zentrum in Brandenburg. Die Kultur, die Medienwirtschaft, der Dienstleistungssektor sowie Forschung und Bildung und ihre Jugendszene sind Ausdruck für eine weltoffene Prägung der Stadt.

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